Donnerstag, 19. Februar 2009
Uaaaaahhhhh. Wo ist das halbe Jahr hin?
Hi Fans.
Wir waren etwas schreibfaul in den letzten Wochen und daher gibt es jetzt min. 4 Geschichten in nur einem Beitrag. Wooooow!
1. Adelaide: Hmmm... irgendwie langweilig.
2. Coober Pedy: Verrueckte untertage.
3. Red Center: Ulururulurururlulu & Co
4. Melbourne: Endlich wieder Zuhause. ;o)

Wenn das nicht vielversprechend klingt, weiss ich auch nicht weiter.

Ach nee, war die Kellnerei schoen... hahaha... Nein, im Ernst. Die Wochen in Lorne und an der Great Ocean Road waren wirklich super, aber der Job war ganz schoen mies. Besonders wenn man bedenkt, dass wir 1/3 des Geldes erst am 10.02. bekommen haben! Skandal. Wir haben die Managerin (die fette Qualle) angerufen, auf die Mobilbox gesprochen, E-Mails geschrieben mit dem Resultat, dass sie versprochen hat sich drum zu kuemmern. Nix. Dann haben wir mit ihrem Boss gesprochen, der uns aber so oft vertroestet hat bis er irgendwann nicht mehr ans Telefon gegangen ist. Auch eine Moeglichkeit. Ihr keonnt Euch vorstellen wie wir fuchsteufelswild durch unser Zimmerchen gehuepft sind. Ja, wir waren rasend vor Wut. Ich freue mich aber immernoch darueber, dass wir schliesslich auf die Idee gekommen sind bei der verantwortlichen Human Resource Managerin der Hotel-Kette anzurufen. Da haben wir dann ein bisschen auf die Traenendruese gedrueckt, uns ueber die Verantwortlichen in Lorne beschwert und schon am naechsten Tag ging die Ueberweisung an uns raus. Yeah, so wird's gemacht. Eigntlich nicht schwer, aber wir wollten ja zunaechst die "Befehlskette" einhalten und vertrauten unseren ehem. Vorgesetzten. Darf man offensichtlich nicht machen. Am besten immer gleich schoen auf die Pauke hauen.
Sarah, eine Arbeitskollegin aus dem Hotel, hat uns dann uebrigens noch am vorlezten Tag mit ihrem Van zu den schoensten Flecken an der Great Ocean Road chauffiert. Das war nicht nur nett von ihr, sondern einfach unglaublich schoen da. Hat man ja alles schon im Fernsehen gesehen, aber glaubt mir- das ist gar nichts im Vergleich zur Realitaet. Es fehlen mir wirklich die Worte das zu beschreiben. Kommt ja eherselten vor, aber so isses.
Von Lorne aus ging unsere weitere Reise dann nach Adelaide. Nachdem wir alles durchgerechnet haben entschlossen wir uns fuer den "Overland". Der "Overland" ist eine von 4 sehr bekannten Zugstrecken in Australien. Die meisten von Euch werden schonmal was vom "The Ghan" (von Sued nach Nord) und vielleicht auch von der "Indian Pacific" Route gehoert haben. Der "Overland" hat uns schlappe 104 AUS$ gekostet. Das waren zu dem Zeitpunkt ca. 50.-EUR. Wir sind morgen um 7 Uhr gestartet und waren schliesslich um 19:30 Uhr in Adelaide nachdem wir mehrere Male anhalten mussten, weil der Zug bei der Hitze seine Schwierigkeiten hatte. Die Klimaanlage uebrigens auch, so dass wir bei gut 36'C Aussentemperatur quasi ohne auskommen mussten. Als die Tueren sich in Adelaide oeffneten blies uns allerdings Luft entgegen, die die 36' ueberstiegen haben duerfte. Gar nicht angenehm nach einer so langen Reise und mit den Rucksaecken auf dem Ruecken. In Adelaide haben wir uns dann schnell ein Zimmer besorgt und sind dann los um was zum Futtern zu holen. Es war so 20:30 an einem Montagabend in einer Millionenstadt und alles hatte zu! Das sagt schon viel ueber diese Stadt. Adelaide hat nen huebschen Botanischen Garten, ... Das Museum von South Australia ist eher so lala... es gibt eigentlich nichts negatives ueber Adealaide zu berichten, aber leider auch nicht viel positives. Wir haben uns dann auch schnell unserem naechsten Ziel zugewand: The Re Center. Tatatataaaaaa... Da haben wir uns sehr drauf gefreut. Zuvor mussten wir aber noch Sonnenhuete und ein paar Kleinigkeiten kaufen, die An- und Abreise buchen und uns fuer eine Touri-Tour entscheiden. Entscheidend ist bei uns ja eigentlich immer der Geldbeutel, aber das macht die Sache nicht unbedingt einfacher. Diese Sightseeing-Touren mit einer Horde Backpackern sind grundsaetzlich nicht so unsere Sache, aber aufgrund unserer Zeitnot und ohne eigenem Auto nicht verhinderbar. Zeitnot hatten wir, weil Anne schon bald einen Job in der Anna Schwarz Gallerie in Melbourne anfangen sollte. (Bravo!)
Auf dem Weg nach Alice Spring wollten wir unbedingt Halt in der Hauptstadt der Opale machen: Coober Pedy. Opale an sich hauen uns jetzt nicht gerade vom Hocker, aber das Staedtchen hat noch eine andere Besonderheit: ein Grossteil der Wohnhaeuser, viele Geschaefte und die Mienen (!!!Surprise!) sind unterirdisch. Man sieht also in diesem Ort vor allem viele rote Huegel und ein paar Haeuser. Klingt langweilig ist es aber gar nicht, wenn man den Zwischenstopp nicht zu sehr ausdehnt. Uns reichte ein Tag. Andere verbringen da ein Leben. Ein Italiener hat uns erzaehlt, dass er seit 45 Jahren da lebt. Vielleicht verdient er ja ein Vermoegen mit Opalen denkt Ihr? Er ist stolzer Besitzer eines Schrottplatzes! Coober Pedy gehoert zu den heissesten Orten Australien. Einst mussten die Bewohner dort 5 od 7 Tage bei 53' oder 57'C aushalten (Anne und meine Version unterscheiden sich da etwas). Wenn man bedenkt, dass in den unterirdischen Haeusern immer eine angenehme Temperatur in den 20ern herrscht, ist der Sonnenversicht bei diesen Bedingungen nachvollziehbar, oder? Wir haben uns da auch zwei Mienen angeguckt und waren echt sehr beindruckt. Ein weiterer Vorteil der Untertage-Wohnkultur ist uebrigens auch, dass benoetigte neue Zimmer jederzeit dazugesprengt werden koennen. Unser Youth Hostel war logischerweise auch unterirdisch. Offensichtlich wurde fuer uns, dass soviel Sonne und Hitze nicht spurlos an den Menschen in C.P. vorbeigehen konnte als wir ein Raumschiff und eine ueberdimensionale Seilwinde gesehen haben. Australier sind bekannt dafuer mit ueberdimensionalen Orangen, Gummistiefeln, Krabben und aehnlichem (je nach Geschaeftszweig) auf ihre kleinen Geschaefte an den Highways in menschenleeren Gegenden aufmerksam zumachen. Das Raumschiff sah richtig gut aus waehrend die Seilwinde (wie sie frueher ueber den Grubenschaechten stand) zwar sehr, sehr gross, aber unspektakulaer war.
Um 5 am naechsten Morgen ging es dann mit dem Greyhound Bus weiter nach Alice Springs. Alice Springs ist keine besondere Schoenheit und wird von den Touristen meist lediglich als Ausgangspunkt fuer die eigentlichen Touren zum Uluru (Ayers Rock) und The Olgas genutzt. Hmmm... Ja, die Aboriginals... Es gibt viele Projekte die Ureinwohner Australiens in eigenen Siedlungen halbwegs autark von der westlichen Zivilisation leben zu lassen. Das ist natuerlich in Alice Springs nicht moeglich und daher wird man leider desoefteren Zeuge bedrueckender Szenen. Unser Freund und Autor von "Fruehstueck mit Kaengurus" (Orig. "Downunder") Bill Bryson sagt dazu sinngemaess: "Die Aboriginals kommen mit den unmenschlichsten Klimaverhaeltnissen zurecht. Sie meistern ein Leben in extremen Temperaturen, halten grosse Perioden von Trockenheit aus, leben in lebensfeindlicher Umgebung, aber mit unserer Zivilisation kommen sie nicht zurecht."
Die 3-taegige Tour zwischen Kings Canyon und dem Uluru war oft wirklich sehr anstrengend, aber was wir zu sehen bekamen hat unsere Erwartungen weit uebertroffen. Alles was man davon gehoert hat stimmt und alles was man davon bisher gesehen hat ist eine Untertreibung. Auf den Wanderungen ist man auch ueberraschend allein untrwegs. Sicherlich sind uns auch andere Gruppen entgegengestiefelt, aber ich habe schlimmeres befuerchtet. Beim Sonnenauf- und Untergang am Uluru ist der beste Platz zum Fotografieren natuerlich hoffnungslos ueberlaufen, aber die Atmosphaere hat auch was nettes. Ein paar sehr beeindruckende Tage, die man in so wenigen Zeilen natuerlich nicht ansatzweise beschreiben kann (falls das hier ueberhaupt noch jmd. nach soviel Erzaehlerei liest).
Jetzt sind wir wieder in Melbourne bei unserem Freund Mike. Nicht Zuhause, aber ein Stueckchen Zuhause weitweg von Zuhause. Ihr habt ja sicherlich alle von den schlimmen Waldbraenden mit ueber 200 Toten gehoert. Die Braende waren auch wirklich nicht weit von uns enfernt allerdings bestand nie auch nur ansatzweise irgendeine Gefahr fuer uns. Echt schlimm. Wenn man im Fernsehen die Aufnahmen von ausgebrannten Autowracks sieht in denen Menschen auf der Flucht starben, fragt man sich wie das passieren kann. Die Australier sind was Waldbraende angeht eigentlich hart im nehmen und muessen in gefaehrdeten Regionen jedes Jahr darauf gefasst sein ihr Hab und Gut mit dem Gartenschlauch zu retten. In diesen Tagen haben viele einfach zu spaet erkannt, dass diese Feuer nicht zu loeschen sind und sind zu spaet geflohen. Sie sind die Feuer ja fast schon gewohnt und wollten wie jedes Jahr solange wie moeglich ihre Haeser schuetzen. Im Fernsehen haben wir eine Doku ueber den Black Saturday gesehen und da bekommt man echt eine Gaensehaut bei der Vorstellung was das fuer ein furchbarer Tot sein muss.
Puh,... Wir haben im uebrigen Mebournes heissesten Tag (46'C) vor der Sonne geschuetzt im Haus verbracht und waren abends im Kino. Kinos, Shopping Malls und Museen sind an solchen Tagen wegen der Klimatisierung beliebter als die Straende.
Ueber unsere Jobs haben wir auch nix zu meckern. Wir haben unseren Spass und lernen was. Ehrlich gesagt werden wir Euch ueber Melbourne II vll. ausfuerhlich berichten, wenn wir dieses Kapitel abgeschlossen haben.
Naechste Woche gehts fuer 3 Tage nach Tasmanien! Juchu... Und dann fliegen wir ja auch schon bald zur Ostkueste.
In der naechsten Folge lesen sie dies:
- Auf der Suche nach dem tasmanischen Teufel
- Melbourne II (inkl. Fussball am Valentinstag, Aussie Rules Football, mehr von unseren Jobs, ...)
- und und und

Fortsetzung folgt.

Viele liebe Gruesse an Euch.

Eure Anne & Euer Oli

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...nur zur Info...
...hier ist immer noch tiiiieeeefster Winter. Also, wenn ihr einen Tipp wollt...lasst euch Zeit mit der Rückreise. ;-)
Aber ich freu mich natürlich wie Bolle auf euch...

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