Sonntag, 4. Januar 2009
Dirty Dancing
Allseits ein "Prosit Neujahr"!
Wir hoffen, dass Ihr alle gut ins neue Jahr gekommen seid und eine schoene Weihnachtszeit hattet.
Jetzt wo sich das Ende unserer Zeit in Lorne ankuendigt wollten wir Euch mal ein bisschen was uber unsere Zeit hier wissen lassen.
Mittlerweile haben wir uns ganz gut eingearbeitet und finden sogar unseren Boss Cassandra nicht mehr so furchtbar. Wer mal nach unserem Broetchengeber googlen will: Mantra Erskine Resort in Lorne, Victoria. Immerhin 4 1/2 australische Sterne und seit unserem Arbeitsantritt ist auch noch keiner verloren gegangen! Wir haben hier mit unseren Kollegen echt viel Spass, wenn nur die Arbeit zwischendurch nicht waere. hahaha... Neben der Arbeit bleibt uns leider wirklich nicht viel Zeit um die weitere Umgebung zu erkunden, da unsere Schichten oft auf den ganzen Tag aufgesplittet sind. Morgens gibt es fuer die Gaeste Buffet und da muessen wir eigentlich nur grinsen, Teller abraeumen, Buffet auffuellen und aehnliches. Fuer uns der angenehmste Teil unseres Arbeitsalltags. Abends ist es schon etwas aufregender, weil Anne kellnert und ich serviere. Da sind diverse Huerden zu nehmen, sag ich Euch. Ist fuer mich jedesmal eine ziemliche Nervenbelastung, wenn man dem General Manager und Gefolge das Essen servieren muss. Die Gaeste sind bisher ausgesprochen nett und entspannt. Allerdings ist bisher eigentlich auch nichts schief gegangen.
Das schoene ist, dass australische Koeche ihre Kuechenhilfen, Kellner, Tellerwaescher usw. nicht wie Dreck behandeln. Man kennt ja die Geschichten aus Deutschland. Mit dem Personal ist es hier immer sehr spassig. Besonders haben wir uns mit unseren indischen Kollegen angefreundet. Shiva, Ravi und Bala.
Shiva ist ein sehr fleissiger, aber etwas ungenauer Kollege. Bei ihm laeuft vieles nach gutduenken, aber dafuer ist er immer hilfsbereit.
Ravi fiel das erste Mal auf als er bei einem Training fuer alle Aushilfen immer den Kopf geschuettelt hat, wenn er "Ja" sagen wollte.
Bala faellt weniger bei der Arbeit auf, sondern eher dadurch, dass er jeden Drink mitnimmt, den er bekommen kann. Das heisst nicht, dass er staendig betrunken ist. Er freut sich eher, wenn er zwischendurch mal was abstauben kann.
Allesamt sehr sympathisch und uns schon etwas ans Herz gewachsen. Und ja, sie sprechen alle wie unser Serien-Held "Apu".
Es ist fuer uns allerdings jedes Mal etwas befremdlich, wenn die Jungs stinksauer sind weil sie einen "Off Day" haben. Wir freuen uns, wenn wir nach einer 10stuendigen Schicht dann mal ins Bett duerfen- die Inder nicht. Der Unterschied ist eben, dass wir mit dem Geld unsere Kasse aufbessern und sie sich mit einer Saison im Hotel ein Jahr ihres Studiums finanzieren muessen. Shiva, Ravi und Bala freuen sich ueber jede Minute die sie laenger arbeiten koennen und jeder Off-Day ist eine Strafe. Das Dollar-Zeichen blinkt entsprechend deutlicher in ihren Augen.
Ansonsten gibt es noch die Philipinos in der Kueche, diverse Tellerwaescher und und und. Mit einem Teil der Bande haben wir auch Sylvester gefeuert. Nachdem wir am 31.12. um 23:15 Feierabend gemacht haben ging es zum Strand. Da zeitgleich ein Festival in Lorne stattgefunden hat, war der gesamte Strand mit jungen Leuten bevoelkert. Wir sind schliesslich bei einem Freund unserer Kollegen gelandet und hatten unseren Spass bei Rap Musik (!). hehehe... War echt ganz witzig.
Die ganzen Klischees ueber Hotels wurden in den letzten zwei Wochen bestaetigt. Es ist eine Mischung aus Dirty Dancing, ein Schloss am Woerthersee und Psycho. Ich wurde gestern tatsaechlich von einer ... hmmm... aelteren Frau angebaggert. Ich muss es so sagen, denn es gibt keinen Zweifel.
Nachdem ich ihren irritierenden Blick beim morgendlichen Buffet erst mit einem freundlichen und unschuldigen Laecheln erwiderte wurde sie zwischen Croissants und Obstsalat deutlicher.
"It's always the same... too much food and too less time. Just like ... with men." Was macht man in so einer Situation? Na klar- wieder unschuldig Laecheln. Als sie dann sagte, dass ihre Begleitung nicht ihr "boyfriend" sei war ein Missverstaendnis unmoeglich und ich verzog mich schnell in die Kueche. Anne hatte ihren Spass. Ihr hoffentlich auch.
Gleiches passierte Anne uebrigens etwas subtiler und weniger entlarvend.
Ich haette nicht gedacht, dass wir (ich) diese 3 Wochen durchhalten, aber es hat sich echt gelohnt. Wir haben wieder etwas Geld in die Kasse bekommen, sind um einige Erfahrungen reicher und haben viele nette Leute kennen gelernt. Wir sind uns aber beide sehr sicher, dass wir in einem 4 1/2 Sterne Hotel erstmal nicht mehr arbeiten wollen. Das "One Team, One Vision"-Geschwafel der Management-Leute geht uns wirklich unglaublich gegen den Strich. Das Personal arbeitet wirklich hart, aber hat wirklich ueberhaupt keine Gestaltungsmoeglichkeit oder die Chance sich einzubringen. "Love your job." hahah.... Fragt mal nen Tellerwaescher warum er den Job macht. Und umgekehrt erwidert das Hotel die Liebe lediglich mit finanzieller Gegenliebe.
Wir wollen jetzt nicht politisch werden...... ;o)
Die Geschichte vom Tellerwaescher, der zum Millionaer wurde haben wir zwar nicht verwirklicht, aber wir hatten eine gute Zeit in Lorne.
Ich hatte erst befuerchtet, dass diese 3 Wochen verloren seien, aber sie haben uns wirklich nicht nur finanziell weiter gebracht.

Liebe Gruesse von der Great Ocean Road.

Eure Anne & Euer Oli

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...das sag ich nur...
..."Ich hab`eine Wassermelone getragen!"... =) Jaja, das waren noch Zeiten...

Und ihr habt Recht; in der Gastronomie sollte man sich immer mit der Küche anfreunden. Das macht das arbeiten doch deutlich leichter. Also ran an Apu und seine Freunde. ;-)
Ich drück euch ganz fest. B.

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Meet in Melbourne?
Heya! So lange nichts von Euch gehoert? Lebt ihr noch? Geht's Euch gut? Seid ihr noch in Melbourne? Koennte durchaus passieren, dass ich naechste Woche nach Melbourne komme. Wuerde mich freuen Euch zu sehen! Meldet Euch mal! Handynr. per Email geschickt.
Cheers, Anne

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