Donnerstag, 13. November 2008
FOTOOOOOS
Spiderschwein
In den Blue Mountains
Cobargo
Farmerin Anne
Farmer Oli
Mystery Bay
Whalewatching
Geburtstagsparty am Strand
Blue Pool in Bermagui

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Geschichten von Arbeitern und Toten
Hallo!

So, nach langer Zeit des Wartens haben wir es heute mal wieder geschafft ins Internet zu kommen. Das ist nicht einfach, wenn man in Cobargo ist! Heisst also, wir sind immer noch auf unserer kleinen Farm neben den Flodders und lassen uns zu wahren Farmern ausbilden. Oder liessen, denn wir regieren das Imperium der Tiere momentan als alleinige Herren. Tacye und Joan sind naemlich in und um Perth unterwegs und erholen sich von uns, hihi! Sie haben uns gefragt, ob wir bleiben koennten und bezahlen uns unsere Arbeit auch recht gut. Dementsprechend malochen wir gerade fleissig und versuchen die uns auferlegten Aufgaben fachmaennisch zu erledigen. Das ist mal einfacher, wenn es z.B. mal wieder um Pferdekacke (auf Englisch "Poo", dieser niedliche Name macht es aber auch nicht besser) geht und mal schwieriger, wenn wir Dachrinnen an den Staellen anbringen und neue Zaeune bauen sollen, die Wasserpumpe mal wieder nicht funktioniert oder die Kuehe zum hundersten Mal abhauen. Anscheinend haben sie zu viel James Bond geguckt und hangeln sich unbemerkt durch die Zaeune. Bei unseren neu gespannten Draehten, die einem komplizierten Lasernetz a la Bond entsprechen, wuerde selbst 007 einen Alarm ausloesen, doch die Kuehe schaffen es wie Schlangenmenschen durchzukommen. Ob sie auch hautenge Catsuits tragen konnten wir noch nicht beobachten. Wir bleiben an der Story dran...
Wenn wir gerade nicht im Auftrag der Tier- und Farmpflege unterwegs sind, erkunden wir die Kueste und ja, wir waren schon im Meer schwimmen. Das bietet sich in der Mittagspause an, denn die Temperaturen sind nicht ohne. Momentan sind es vielleicht 35 Grad, aber auch die 40er Grenze haben wir schon erreicht und... ueberlebt! Am Meer laesst es sich da ganz gut aushalten. Eine Bucht in unserer Naehe namens Mystery Bay ist das Paradies, echt unuebertrieben. Der schoenste Strand den wir je gesehen haben. Aber auch die anderen Buchten sind nicht von schlechten Eltern. Man kann hier sogar manchmal Wale und Delphine sehen. Die Wale die wir bis jetzt gesehen haben, konnten wir allerdings von einem kleinen Boot aus beobachtet. Das war mein Geburtstagsgeschenk. Wir sind morgens frueh mit 3 anderen und unserem Skipper namens Joe raus aufs Meer. Puenklich zu meiner Geburtstagsparty erschien dann auch eine Walkuh mit ihrem Kalb, die eine beeindruckende Show geboten hat. Wenn ein Wal vor dir aus dem Wasser springt und mit seiner Schwanzllosse auf das Meer klatscht ist das schon ganz schoen beeindruckend. Nach der Tour sind wir noch nach Tathra zu einer kleinen Bucht gefahren und haben da mit Partyhuetchen und Luftballons ein Piccoloechen und den von Oli selbstgebackenen Geburtstagskuchen verspeisst. Es war ein perfekter Tag!
Ah, wo wir gerade bei Geschenken waren: Angel, die Katze auf unserer Farm hat uns vor ein paar Tagen ein ganz besonders tolles gemacht. Man muss dazu sagen, dass sie eine extrem scheue Katze ist, die anfangs nicht ganz ueberzeugt davon schien, dass sie mit uns in der Zeit in der wir alleine auf der Farm sind Spass haben koennte. Ihr Verhalten deuteten wir eher als extreme Abneigung, um nicht zu sagen, es wirkte so, als waeren wir fuer sie eine totale Zumutung. Doch, wer haette das gedacht, das Blatt sollte sich wenden. Bei einem gemuetlichen Fernsehabend miaute es ploetzlich sehr energisch vor der Tuer. Oli oeffnete und knallte die Tuer nach einer gefuehlten 10tel Sekunde mit den Worten "Ach du Scheisse" wieder zu. Vor der Tuer sass Angel mit einem suessen TOTEN Kaninchen mit dem sie uns wohl ihre Zuneigung zeigen wollte. Dieses neu gewonnene Vertrauen wollten wir natuerlich nicht verspielen, aber ein totes Kaninchen im Wohnzimmer sollte auch nicht sein. Also ist Oli, der ja nun schon fuer seinen Mut in Tierfragen bekannt ist ; ), raus, hat sich freundlich bei Angel bedankt und das Kaninchen auf ein Kehrblech geladen und schnell quer ueber den Hof auf den Misthaufen geworfen. Da hat sich Bobby, unser Hund, wohl geaergert, denn er haette es wie ueblich gerne direkt vor der Haustuer verspeisst. Wo wir schon bem Thema sind: Es gibt noch weitere Todesfaelle/VErmisste zu beklagen: unser chinesischer Hahn (O-Ton eines Freundes der Farm bezueglich des interessanten Aussehens und Kopfschmucks des Tieres: "Haha, ist der haesslich. Der sieht aus als haette dem einer zu lange mit nem Hammer auf den Kopf gehauen"). Er wird seit gestern vermisst und wir befuerchten, dass er von einer Kraehe ermordet wurde. Das muessen wir erstmal Tacye und Joan beibringen, die uebrigens morgen wiederkommen.
Das heisst auch, dass sich unser Farmabenteuer langsam dem Ende zuneigt. Anfang naechster Woche wollen wir uns auf den Weg nach Melbourne machen. Mal wieder etwas Stadtluft schnuppern. Als naechstes ist dann Adelaide angedacht, bevor wir an die Westkueste fliegen und Perth und Umgebung erkunden. Wer Tipps dazu hat, wir nehmen sie dankend an.

Also, so weit so gut. Mehr spannende Geschichten dann in Kuerze (in Melbourne sollte es nicht so schwer sein ins Internet zu kommen : ))

Eurer Oli und Eure Anne

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