Freitag, 10. Oktober 2008
Prepaid Karte: 1 Bankkonto: 2 Jobs: 2 Stimmung: saustark
Freunde und Familie, ich erspare Euch jetzt mal die letzten 5 Minuten, in denen Anne und ich festgestellt haben, dass die letzten 1 1\2 Std Tipperei fuer die Katz waren. Soviel sei dann doch gesagt- es waren keine schoenen Szenen. ;o)

Nun gut, kommen wir wieder zu Erfreulicherem. Anne und ich haben nen Job! Und das nachdem wir uns schon auf ein Wochenende im Beamtenstaedtchen Canberra (auch Hauptstadt von Australien) eingerichtet haben. Canberra sollte uns als Warteposition fuer hoehere Aufgaben dienen und ehe wir unsere Rucksaecke geschultert haben kam auch schon der Anruf unserer neuen Arbeitgeber zum Fruehstueck. Die beiden Frauen bewirtschaften eine Farm mit Tieren, Obstbaeumen, Feld und Flur und wir sind ab jetzt so eine Art Leibeigene. Man nennt das WWOOFing (Willing Workers On Organic Farms) und das funktioniert ungefaehr so wie in Deutschland die normale Arbeitswelt. Man stellt seine Arbeitskraft bereit, bekommt dafuer Essen und nen Dach ueberm Kopp und am Ende des Monats ist kein Geld mehr da. Fuer uns auf jeden Fall die Gelegenheit ein bisschen mehr echtes Australien zu erleben. Echte Australier, echtes australisches Leben und obendrein keine Gelegenheit das bisschen Geld auf der hohen Kante auszugeben. Super. Nebenbei haben die Damen auch einen Pool, den Anne und ich sicherlich uebertrieben oft zur Abkuehlung vor/bei/ nach getaner (vorgetaeuschten) Arbeit nutzen werden.
Wer sich fragt, ob die beiden Frauen ein lesbisches Paar sind, ich frag mich das auch. Anne nicht (political correctness haha).
Fuer unsere Aufgaben da mussten wir uns aber noch ein bisschen ruesten. Wir wollten zum Beispiel nicht mit unseren Chucks (fuer die Eltern: "Turnschuhe") auftauchen, da man mit denen ja schlecht Schlangen zu Brei treten kann, und haben uns deswegen riesige, schwere Stiefel geholt. Mit denen kann man auch locker einen Elefanten planieren. Ansonsten kommen wir da im 1A Redneck Outfit der 50er Jahre an: Latzhose, Karohemd und Baseball-Cap. ;o)
Wie war eigentlich Eure Woche?
Hier zum Vergleichen unsere in Australien:
Montag: Christian hat den Vorschlag gemacht an der Promenade zum Strandort Manly (das Rugbyteam von Manly hat uebrigens die Tage irgendwas dolles gewonnen. Toll, ne?) zu spazieren. Hoerte sich fuer uns sehr nett an und das war es dann auch. Allerdings war es eine stramme Wanderung und aus dem kuehlen Lueftchen am Morgen wurde ein ziemlich warmer (fuer deutsche Verhaeltnisse fast ein Hitzefrei-Tag) Tag. Im Gegensatz zu den Australiern, die aehnlich wie die echten Briten kein Empfinden fuer Temperaturen zu haben scheinen, waren wir viel zu warm angezogen. Das Jazz-Festival am Ziel in Manly fiel zu meiner Erleichterung recht kurz aus und stattdessen gab es mit Freunden von Christian ein verspaetetes Mittagessen im Pub.
Dienstag wollten wir uns um unsere weitere Reise ein paar Gedanken machen und ein paar organisatorische Sachen Regeln. Sydney ist sicherlich eine tolle und aufregende Stadt, aber auch nicht das echte Australien wie wir es von Crocodile Dundee kennen. Wie auch immer... (Anne protestiert). Wir haben es tatsaechlich geschafft ein Bankkonto zu eroeffnen! Beruecksichtigt man, dass die Bankfiliale in "China-Town" nahezu ausschliesslich Asiaten beschaeftigt echt eine Leistung. Die Asiaten, Araber,... hier sprechen naemlich ein Kauderwelsch schwierigster Praegung. Neben dem Akzent aus der Heimat kommt bei ihnen ja noch der australische "Dialekt" hinzu. Cockney Englisch wirkt da wie das aristokratischste Oxford-English. Gleiches im Handy-Shop. Beim Freischalten haben wir zwar etwas Hilfe von den Fachleuten dort in Anspruch nehmen muessen (sie nennen es den "magic touch" = An- und Ausschalten!), aber das waere uns sicherlich auch in good old Germany so passiert.
Am Mittwoch machte die 2-koepfige Marienkaefergruppe wieder einen Ausflug. Ziel waren die Blue Mountains. Wir ersparen Euch mal Verweise auf die Schluempfe oder deutsches Liedgut, das auch von solchen Bergen berichtet. Die blauen Berge in New South Wales jedenfalls verdanken ihren Namen dem Dunst der Eukalyptusbaeume, der Berge und Waelder blau erscheinen laesst. Echt ne huebsche Ecke. Anne und ich haben uns auch alles brav erwandert und tappten ca 6 Stunden im Blauen. hahaha... riesen Witz, ne? Im Gegensatz zu dem Grossteil der Touris haben wir uns nicht von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt fahren lassen. Diese Horden haben sich allerdings auch nur in der Umgebung eines Kiosks am Haupt-"Lookout" herumgetrieben und kamen uns mit ihrer Pendelei zwischen Fressstand und dem original Aboriginal mit klassicher Farbe im Gesicht nur auf ca. 50m der Strecke in die Quere.
Donnerstag war wieder Organisationstag, der wie zuvor erwaehnt nicht so langweilig ist wie man vermuten koennte. Immer wieder erwarten einen nette Sprachhuerden, die man entweder locker nimmt, leicht reisst oder ignoriert und voll mitnimmt.
Reicht es Euch?
Wir muessen auch ins Bett. Uns erwarten grosse Aufgaben.

Love & Peace,

Anne + Oli

... link (7 Kommentare)   ... comment