Donnerstag, 19. Februar 2009
Uaaaaahhhhh. Wo ist das halbe Jahr hin?
Hi Fans.
Wir waren etwas schreibfaul in den letzten Wochen und daher gibt es jetzt min. 4 Geschichten in nur einem Beitrag. Wooooow!
1. Adelaide: Hmmm... irgendwie langweilig.
2. Coober Pedy: Verrueckte untertage.
3. Red Center: Ulururulurururlulu & Co
4. Melbourne: Endlich wieder Zuhause. ;o)

Wenn das nicht vielversprechend klingt, weiss ich auch nicht weiter.

Ach nee, war die Kellnerei schoen... hahaha... Nein, im Ernst. Die Wochen in Lorne und an der Great Ocean Road waren wirklich super, aber der Job war ganz schoen mies. Besonders wenn man bedenkt, dass wir 1/3 des Geldes erst am 10.02. bekommen haben! Skandal. Wir haben die Managerin (die fette Qualle) angerufen, auf die Mobilbox gesprochen, E-Mails geschrieben mit dem Resultat, dass sie versprochen hat sich drum zu kuemmern. Nix. Dann haben wir mit ihrem Boss gesprochen, der uns aber so oft vertroestet hat bis er irgendwann nicht mehr ans Telefon gegangen ist. Auch eine Moeglichkeit. Ihr keonnt Euch vorstellen wie wir fuchsteufelswild durch unser Zimmerchen gehuepft sind. Ja, wir waren rasend vor Wut. Ich freue mich aber immernoch darueber, dass wir schliesslich auf die Idee gekommen sind bei der verantwortlichen Human Resource Managerin der Hotel-Kette anzurufen. Da haben wir dann ein bisschen auf die Traenendruese gedrueckt, uns ueber die Verantwortlichen in Lorne beschwert und schon am naechsten Tag ging die Ueberweisung an uns raus. Yeah, so wird's gemacht. Eigntlich nicht schwer, aber wir wollten ja zunaechst die "Befehlskette" einhalten und vertrauten unseren ehem. Vorgesetzten. Darf man offensichtlich nicht machen. Am besten immer gleich schoen auf die Pauke hauen.
Sarah, eine Arbeitskollegin aus dem Hotel, hat uns dann uebrigens noch am vorlezten Tag mit ihrem Van zu den schoensten Flecken an der Great Ocean Road chauffiert. Das war nicht nur nett von ihr, sondern einfach unglaublich schoen da. Hat man ja alles schon im Fernsehen gesehen, aber glaubt mir- das ist gar nichts im Vergleich zur Realitaet. Es fehlen mir wirklich die Worte das zu beschreiben. Kommt ja eherselten vor, aber so isses.
Von Lorne aus ging unsere weitere Reise dann nach Adelaide. Nachdem wir alles durchgerechnet haben entschlossen wir uns fuer den "Overland". Der "Overland" ist eine von 4 sehr bekannten Zugstrecken in Australien. Die meisten von Euch werden schonmal was vom "The Ghan" (von Sued nach Nord) und vielleicht auch von der "Indian Pacific" Route gehoert haben. Der "Overland" hat uns schlappe 104 AUS$ gekostet. Das waren zu dem Zeitpunkt ca. 50.-EUR. Wir sind morgen um 7 Uhr gestartet und waren schliesslich um 19:30 Uhr in Adelaide nachdem wir mehrere Male anhalten mussten, weil der Zug bei der Hitze seine Schwierigkeiten hatte. Die Klimaanlage uebrigens auch, so dass wir bei gut 36'C Aussentemperatur quasi ohne auskommen mussten. Als die Tueren sich in Adelaide oeffneten blies uns allerdings Luft entgegen, die die 36' ueberstiegen haben duerfte. Gar nicht angenehm nach einer so langen Reise und mit den Rucksaecken auf dem Ruecken. In Adelaide haben wir uns dann schnell ein Zimmer besorgt und sind dann los um was zum Futtern zu holen. Es war so 20:30 an einem Montagabend in einer Millionenstadt und alles hatte zu! Das sagt schon viel ueber diese Stadt. Adelaide hat nen huebschen Botanischen Garten, ... Das Museum von South Australia ist eher so lala... es gibt eigentlich nichts negatives ueber Adealaide zu berichten, aber leider auch nicht viel positives. Wir haben uns dann auch schnell unserem naechsten Ziel zugewand: The Re Center. Tatatataaaaaa... Da haben wir uns sehr drauf gefreut. Zuvor mussten wir aber noch Sonnenhuete und ein paar Kleinigkeiten kaufen, die An- und Abreise buchen und uns fuer eine Touri-Tour entscheiden. Entscheidend ist bei uns ja eigentlich immer der Geldbeutel, aber das macht die Sache nicht unbedingt einfacher. Diese Sightseeing-Touren mit einer Horde Backpackern sind grundsaetzlich nicht so unsere Sache, aber aufgrund unserer Zeitnot und ohne eigenem Auto nicht verhinderbar. Zeitnot hatten wir, weil Anne schon bald einen Job in der Anna Schwarz Gallerie in Melbourne anfangen sollte. (Bravo!)
Auf dem Weg nach Alice Spring wollten wir unbedingt Halt in der Hauptstadt der Opale machen: Coober Pedy. Opale an sich hauen uns jetzt nicht gerade vom Hocker, aber das Staedtchen hat noch eine andere Besonderheit: ein Grossteil der Wohnhaeuser, viele Geschaefte und die Mienen (!!!Surprise!) sind unterirdisch. Man sieht also in diesem Ort vor allem viele rote Huegel und ein paar Haeuser. Klingt langweilig ist es aber gar nicht, wenn man den Zwischenstopp nicht zu sehr ausdehnt. Uns reichte ein Tag. Andere verbringen da ein Leben. Ein Italiener hat uns erzaehlt, dass er seit 45 Jahren da lebt. Vielleicht verdient er ja ein Vermoegen mit Opalen denkt Ihr? Er ist stolzer Besitzer eines Schrottplatzes! Coober Pedy gehoert zu den heissesten Orten Australien. Einst mussten die Bewohner dort 5 od 7 Tage bei 53' oder 57'C aushalten (Anne und meine Version unterscheiden sich da etwas). Wenn man bedenkt, dass in den unterirdischen Haeusern immer eine angenehme Temperatur in den 20ern herrscht, ist der Sonnenversicht bei diesen Bedingungen nachvollziehbar, oder? Wir haben uns da auch zwei Mienen angeguckt und waren echt sehr beindruckt. Ein weiterer Vorteil der Untertage-Wohnkultur ist uebrigens auch, dass benoetigte neue Zimmer jederzeit dazugesprengt werden koennen. Unser Youth Hostel war logischerweise auch unterirdisch. Offensichtlich wurde fuer uns, dass soviel Sonne und Hitze nicht spurlos an den Menschen in C.P. vorbeigehen konnte als wir ein Raumschiff und eine ueberdimensionale Seilwinde gesehen haben. Australier sind bekannt dafuer mit ueberdimensionalen Orangen, Gummistiefeln, Krabben und aehnlichem (je nach Geschaeftszweig) auf ihre kleinen Geschaefte an den Highways in menschenleeren Gegenden aufmerksam zumachen. Das Raumschiff sah richtig gut aus waehrend die Seilwinde (wie sie frueher ueber den Grubenschaechten stand) zwar sehr, sehr gross, aber unspektakulaer war.
Um 5 am naechsten Morgen ging es dann mit dem Greyhound Bus weiter nach Alice Springs. Alice Springs ist keine besondere Schoenheit und wird von den Touristen meist lediglich als Ausgangspunkt fuer die eigentlichen Touren zum Uluru (Ayers Rock) und The Olgas genutzt. Hmmm... Ja, die Aboriginals... Es gibt viele Projekte die Ureinwohner Australiens in eigenen Siedlungen halbwegs autark von der westlichen Zivilisation leben zu lassen. Das ist natuerlich in Alice Springs nicht moeglich und daher wird man leider desoefteren Zeuge bedrueckender Szenen. Unser Freund und Autor von "Fruehstueck mit Kaengurus" (Orig. "Downunder") Bill Bryson sagt dazu sinngemaess: "Die Aboriginals kommen mit den unmenschlichsten Klimaverhaeltnissen zurecht. Sie meistern ein Leben in extremen Temperaturen, halten grosse Perioden von Trockenheit aus, leben in lebensfeindlicher Umgebung, aber mit unserer Zivilisation kommen sie nicht zurecht."
Die 3-taegige Tour zwischen Kings Canyon und dem Uluru war oft wirklich sehr anstrengend, aber was wir zu sehen bekamen hat unsere Erwartungen weit uebertroffen. Alles was man davon gehoert hat stimmt und alles was man davon bisher gesehen hat ist eine Untertreibung. Auf den Wanderungen ist man auch ueberraschend allein untrwegs. Sicherlich sind uns auch andere Gruppen entgegengestiefelt, aber ich habe schlimmeres befuerchtet. Beim Sonnenauf- und Untergang am Uluru ist der beste Platz zum Fotografieren natuerlich hoffnungslos ueberlaufen, aber die Atmosphaere hat auch was nettes. Ein paar sehr beeindruckende Tage, die man in so wenigen Zeilen natuerlich nicht ansatzweise beschreiben kann (falls das hier ueberhaupt noch jmd. nach soviel Erzaehlerei liest).
Jetzt sind wir wieder in Melbourne bei unserem Freund Mike. Nicht Zuhause, aber ein Stueckchen Zuhause weitweg von Zuhause. Ihr habt ja sicherlich alle von den schlimmen Waldbraenden mit ueber 200 Toten gehoert. Die Braende waren auch wirklich nicht weit von uns enfernt allerdings bestand nie auch nur ansatzweise irgendeine Gefahr fuer uns. Echt schlimm. Wenn man im Fernsehen die Aufnahmen von ausgebrannten Autowracks sieht in denen Menschen auf der Flucht starben, fragt man sich wie das passieren kann. Die Australier sind was Waldbraende angeht eigentlich hart im nehmen und muessen in gefaehrdeten Regionen jedes Jahr darauf gefasst sein ihr Hab und Gut mit dem Gartenschlauch zu retten. In diesen Tagen haben viele einfach zu spaet erkannt, dass diese Feuer nicht zu loeschen sind und sind zu spaet geflohen. Sie sind die Feuer ja fast schon gewohnt und wollten wie jedes Jahr solange wie moeglich ihre Haeser schuetzen. Im Fernsehen haben wir eine Doku ueber den Black Saturday gesehen und da bekommt man echt eine Gaensehaut bei der Vorstellung was das fuer ein furchbarer Tot sein muss.
Puh,... Wir haben im uebrigen Mebournes heissesten Tag (46'C) vor der Sonne geschuetzt im Haus verbracht und waren abends im Kino. Kinos, Shopping Malls und Museen sind an solchen Tagen wegen der Klimatisierung beliebter als die Straende.
Ueber unsere Jobs haben wir auch nix zu meckern. Wir haben unseren Spass und lernen was. Ehrlich gesagt werden wir Euch ueber Melbourne II vll. ausfuerhlich berichten, wenn wir dieses Kapitel abgeschlossen haben.
Naechste Woche gehts fuer 3 Tage nach Tasmanien! Juchu... Und dann fliegen wir ja auch schon bald zur Ostkueste.
In der naechsten Folge lesen sie dies:
- Auf der Suche nach dem tasmanischen Teufel
- Melbourne II (inkl. Fussball am Valentinstag, Aussie Rules Football, mehr von unseren Jobs, ...)
- und und und

Fortsetzung folgt.

Viele liebe Gruesse an Euch.

Eure Anne & Euer Oli

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Sonntag, 4. Januar 2009
Dirty Dancing
Allseits ein "Prosit Neujahr"!
Wir hoffen, dass Ihr alle gut ins neue Jahr gekommen seid und eine schoene Weihnachtszeit hattet.
Jetzt wo sich das Ende unserer Zeit in Lorne ankuendigt wollten wir Euch mal ein bisschen was uber unsere Zeit hier wissen lassen.
Mittlerweile haben wir uns ganz gut eingearbeitet und finden sogar unseren Boss Cassandra nicht mehr so furchtbar. Wer mal nach unserem Broetchengeber googlen will: Mantra Erskine Resort in Lorne, Victoria. Immerhin 4 1/2 australische Sterne und seit unserem Arbeitsantritt ist auch noch keiner verloren gegangen! Wir haben hier mit unseren Kollegen echt viel Spass, wenn nur die Arbeit zwischendurch nicht waere. hahaha... Neben der Arbeit bleibt uns leider wirklich nicht viel Zeit um die weitere Umgebung zu erkunden, da unsere Schichten oft auf den ganzen Tag aufgesplittet sind. Morgens gibt es fuer die Gaeste Buffet und da muessen wir eigentlich nur grinsen, Teller abraeumen, Buffet auffuellen und aehnliches. Fuer uns der angenehmste Teil unseres Arbeitsalltags. Abends ist es schon etwas aufregender, weil Anne kellnert und ich serviere. Da sind diverse Huerden zu nehmen, sag ich Euch. Ist fuer mich jedesmal eine ziemliche Nervenbelastung, wenn man dem General Manager und Gefolge das Essen servieren muss. Die Gaeste sind bisher ausgesprochen nett und entspannt. Allerdings ist bisher eigentlich auch nichts schief gegangen.
Das schoene ist, dass australische Koeche ihre Kuechenhilfen, Kellner, Tellerwaescher usw. nicht wie Dreck behandeln. Man kennt ja die Geschichten aus Deutschland. Mit dem Personal ist es hier immer sehr spassig. Besonders haben wir uns mit unseren indischen Kollegen angefreundet. Shiva, Ravi und Bala.
Shiva ist ein sehr fleissiger, aber etwas ungenauer Kollege. Bei ihm laeuft vieles nach gutduenken, aber dafuer ist er immer hilfsbereit.
Ravi fiel das erste Mal auf als er bei einem Training fuer alle Aushilfen immer den Kopf geschuettelt hat, wenn er "Ja" sagen wollte.
Bala faellt weniger bei der Arbeit auf, sondern eher dadurch, dass er jeden Drink mitnimmt, den er bekommen kann. Das heisst nicht, dass er staendig betrunken ist. Er freut sich eher, wenn er zwischendurch mal was abstauben kann.
Allesamt sehr sympathisch und uns schon etwas ans Herz gewachsen. Und ja, sie sprechen alle wie unser Serien-Held "Apu".
Es ist fuer uns allerdings jedes Mal etwas befremdlich, wenn die Jungs stinksauer sind weil sie einen "Off Day" haben. Wir freuen uns, wenn wir nach einer 10stuendigen Schicht dann mal ins Bett duerfen- die Inder nicht. Der Unterschied ist eben, dass wir mit dem Geld unsere Kasse aufbessern und sie sich mit einer Saison im Hotel ein Jahr ihres Studiums finanzieren muessen. Shiva, Ravi und Bala freuen sich ueber jede Minute die sie laenger arbeiten koennen und jeder Off-Day ist eine Strafe. Das Dollar-Zeichen blinkt entsprechend deutlicher in ihren Augen.
Ansonsten gibt es noch die Philipinos in der Kueche, diverse Tellerwaescher und und und. Mit einem Teil der Bande haben wir auch Sylvester gefeuert. Nachdem wir am 31.12. um 23:15 Feierabend gemacht haben ging es zum Strand. Da zeitgleich ein Festival in Lorne stattgefunden hat, war der gesamte Strand mit jungen Leuten bevoelkert. Wir sind schliesslich bei einem Freund unserer Kollegen gelandet und hatten unseren Spass bei Rap Musik (!). hehehe... War echt ganz witzig.
Die ganzen Klischees ueber Hotels wurden in den letzten zwei Wochen bestaetigt. Es ist eine Mischung aus Dirty Dancing, ein Schloss am Woerthersee und Psycho. Ich wurde gestern tatsaechlich von einer ... hmmm... aelteren Frau angebaggert. Ich muss es so sagen, denn es gibt keinen Zweifel.
Nachdem ich ihren irritierenden Blick beim morgendlichen Buffet erst mit einem freundlichen und unschuldigen Laecheln erwiderte wurde sie zwischen Croissants und Obstsalat deutlicher.
"It's always the same... too much food and too less time. Just like ... with men." Was macht man in so einer Situation? Na klar- wieder unschuldig Laecheln. Als sie dann sagte, dass ihre Begleitung nicht ihr "boyfriend" sei war ein Missverstaendnis unmoeglich und ich verzog mich schnell in die Kueche. Anne hatte ihren Spass. Ihr hoffentlich auch.
Gleiches passierte Anne uebrigens etwas subtiler und weniger entlarvend.
Ich haette nicht gedacht, dass wir (ich) diese 3 Wochen durchhalten, aber es hat sich echt gelohnt. Wir haben wieder etwas Geld in die Kasse bekommen, sind um einige Erfahrungen reicher und haben viele nette Leute kennen gelernt. Wir sind uns aber beide sehr sicher, dass wir in einem 4 1/2 Sterne Hotel erstmal nicht mehr arbeiten wollen. Das "One Team, One Vision"-Geschwafel der Management-Leute geht uns wirklich unglaublich gegen den Strich. Das Personal arbeitet wirklich hart, aber hat wirklich ueberhaupt keine Gestaltungsmoeglichkeit oder die Chance sich einzubringen. "Love your job." hahah.... Fragt mal nen Tellerwaescher warum er den Job macht. Und umgekehrt erwidert das Hotel die Liebe lediglich mit finanzieller Gegenliebe.
Wir wollen jetzt nicht politisch werden...... ;o)
Die Geschichte vom Tellerwaescher, der zum Millionaer wurde haben wir zwar nicht verwirklicht, aber wir hatten eine gute Zeit in Lorne.
Ich hatte erst befuerchtet, dass diese 3 Wochen verloren seien, aber sie haben uns wirklich nicht nur finanziell weiter gebracht.

Liebe Gruesse von der Great Ocean Road.

Eure Anne & Euer Oli

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Dienstag, 23. Dezember 2008
Frohe Weihnachten!
Hallo Freunde und Familie!

Unglaublich, morgen ist schon Weihnachten! Es ist wirklich schwer das bei 30 Grad und Strand zu realisieren! Obwohl sich die Australier grosse Muehe geben Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen...aber Tannenbaume und Lichterketten beeindrucken uns bei strahlenden Sonnenschein und Hitze doch eher weniger! Wir wuenschen Euch allen auf jeden Fall froehliche Weihnachten! Macht es Euch gemuetlich und esst schoene viele Weihnachtsplaetzchen. Wir werden morgen wahrscheinlich eher auf Seafood und kaltes Bier zurueckgreifen wenn wir am Strand sitzen, hihi!
Also, vielleicht erstmal nen kurzes Newsupdate, denn unser letzter Eintrag ist ja doch schon etwas her. Wir sind seit 3 Tagen in Lorne, einem kleinen Ferienort und Surferparadies an der Great Ocean Road (Strasse zwischen Melbourne und Adelaide, die direkt an der Kueste langfuehrt und dafuer sorgt, dass einem an der einen oder anderen Stelle die Augen aus dem Kopf fallen, weil es sooo schoen ist!). Wir waren doch laenger in Melbourne als urspruenglich geplant, aber es hat sich gelohnt. Mike hat uns so viele schoene und interessante Plaetze gezeigt, da mussten wir einfach noch bleiben. Ausserdem hat sich unsere Jobsuche auch laenger hingezogen als gedacht. Naja, jetzt haben wir auf jeden Fall einen Job fuer die naechsten 3 Wochen in einem 4 Sterne Hotel (!!!) im Restaurant. Wir sind uns noch nicht sicher, ob die auch wissen worauf sie sich eingelassen haben, aber sie werden es spaetestens heute Abend merken, denn da ist meine erste Schicht. Oli beginnt seinen neuen Job erstmal mit nem freien Tag. Ihn hats besser getroffen! Hoffentlich kippe ich nicht sofort am ersten Tag das komplette Tablett mit den Weinglaesern ueber einen Gast...naja, und wenn, nett laecheln und darauf verweisen, dass man Auslaender ist, oder wie kommt man aus der Misere wieder raus???
Ansonsten werden wir unsere freie Zeit wohl meistens am Strand verbringen und vielleicht kommt es dann ja auch dazu, dass ich endlich mal surfen lerne. Wird aber wahrscheinlich erstmal fuer alle anderen am Strand lustig und nicht fuer mich! Aber ich werde die Wellen noch bezwingen...oder sie mich, wir werden es sehen!
Die naechsten Plaene sind dann nach Adelaide zu reisen und von da aus mit dem Zug nach Alice Springs und dem Ayers Rock. Es muss wirklich unglaublich schoen sein da. Dann gehts auch ab ins Outback, mal sehen, ob wir lebend wiederkommen, hihi! Wenn ja, geht es wieder zurueck nach Melbourne, denn ich hab nen Praktikum in einer Galerie. Freut mich, aber ich wurde auch schon darauf aufmerksam gemacht, dass es sich dabei nicht um eine casual gallery handelt. Naja, Eleganz ist ja ganz und gar mein Ding, nech ?! Muss mir mal was einfallen lassen...
Oli hat sich auch fuer Praktika beworben, aber noch keine definitive Antwort erhalten, aber das wird noch, da bin ich mir sicher!
Ja und dann bleibt uns auch nur noch der Maerz. Da wollen wir dann die Ostkueste runter fahren und schliesslich noch nen paar Tage in Sydney bleiben! Ein halbes Jahr kann so schnell umgehen, unglaublich!

Aber jetzt heisst es erstmal heute die Schicht im Restaurant zu ueberleben. Wenn was schief geht, speichern wir das einfach unter dem Kapitel Erfahrungen ab!

Also, feiert schoen Weihnachten und denkt an uns, wenn ihr Gluehwein trinkt und Weihnachtsplaetzchen und Braten verschlingt. Wir denken an Euch!

Euer Oli und Eure Anne

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Montag, 24. November 2008
She became a baby in the biro!
Guten Tag liebe Familie und liebe Freunde!
Anne und ich wurschteln uns weiterhin durch. Sicherlich versuchen wir immer lupenreines Englisch zu praesentieren, aber manchmal muss man einfach auch die Schweinetour fahren und aus dem Deutschen 1:1 uebersetzen. Dann naemlich, wenn die Konzentration nachlaesst oder man sich ganz einfach auf ungewohntem Terrain befindet. Relativ schwierig ist es zB. einem Australier die Eigenarten und Feinheiten der Hanseaten, Rheinlaendern, Bayern oder unseren Bruedern und Schwestern von drueben zu erklaeren. Jaja, der Rheinlaender ist dem Klischee nach eine Frohnatur und der Hamburger manchmal etwas kuehl. Ihr koennt Euch sicher sein, dass der Australier diese Klischees nicht nachvollziehen kann oder aber schlicht unlustig findet, wenn man es allzu umstaendlich macht. Australiern reicht das Klischee des korrekten, strebsamen und unentspannten Deutschen um seinen Spass zu haben. Dabei bin ich mir sicher, dass Anne und ich die ein oder andere angedichtete Eigenheit bestaetigen und hoffentlich einige noch hinzufuegen.
Die Ueberschrift ist allerdings kein sprachlicher Ausrutscher von uns! (Der Satz sollte im Uebrigen folgendes aussagen: Sie bekam im Buero ein Baby. "She became a baby in the biro" bedeutet aber uebersetzt etwa: Sie wurde im Kugelschreiber zum Baby.)
Mittlerweile haben wir ja Cobargo hinter uns gelassen. An dieser Stelle laesst sich noch das Raetsel um den vermissten China-Hahn aufschluesseln. Als wir am Abend vor der Rueckkehr unserer Farmerinnen den Huehnern "Gute Nacht" sagen wollten vermissten wir nicht mehr nur den China-Hahn, sondern auch das blinde Huhn, das die letzten Tage mittlerweile kaum noch ein Korn gefunden hat und von mir quasi mit der Schnabeltasse ;o) gefuettert wurde. Es hat also seine Schlafstaette nicht mehr gefunden. Anne und ich wollten aber nicht gleich 2 von dem Federvieh in den 10 Tagen ohne Baeuerinnen verschleissen und so suchten wir nochmal intensiv nach dem verschwundenen Huhn.
Hurra, es hat nur ein sehr ausgiebieges Bad im Wassertrog zwischen den Obstbaeumen genommen und lediglich den Ausgang nicht gefunden.
Nicht so toll war, dass der China-Hahn auch in der Wanne sass die Planscherei aber offensichtlich nicht ueberlebte, weil auch er nicht mehr aus dem kuehlen Nass heraus kam und aufgrund seiner geringeren Koerpergroesse bitterlich ertrank. Das blinde Huhn sah auch eher nur noch nach einem halben Hahn aus, aber lebte immerhin. Ehe jetzt Vorwuerfe auf uns hageln und uns eine Enthuellungsstory im "Tierfreund" gewidmet wird- wir haben diese tragischen Sterbefaelle nicht zu verantworten und bedauern sie wirklich. (Habe ich erwaehnt, dass das blinde Huhn zwei Tage spaeter einen friedlichen und natuerlichen Tot starb?)
Der China-Hahn hat ein schoenes Grab auf einer Lichtung in einem kleinen Waeldchen gefunden. Wir nahmen an, dass er buddhistischen Glaubens war und verzichteten auf jegliches christliches Zeremoniell. Das Grab des blinden Huhns viel etwas schlichter aber symboltraechtiger aus- aus dem Guten des Huhns wird ein Baum erwachsen.
Nun gut, nach ausgiebiger Verabschiederei sind wir nun in Melbourne gelandet. Wir waren gerade ein paar Minuten in der Stadt und schon sehr begeistert. Diese Stadt entspricht scheinbar vielmehr unserem Geschmack als es Sydney zu Beginn unserer Reise war. Melbourne hat einen sehr alternativen Einschlag und bietet unerwartet europaeisches Flair. Im Gegensatz zum "kalifornischen" (Joan) Sydney spuert man nicht nur die britischen Urspruenge, sondern auch griechische und italienische Einfluesse gemischt mit dieser speziellen australischen Lebensart. Sehr angenehm.
Das Youth Hostel geht uns allerdings nach 4 Naechten schon wieder auf den Wecker. Unsere Roommates sind zwar sehr viel umgaenglicher als die in Sydney, aber mehr auch nicht. Da ist der von Liebeskummer geplagte Klaas aus Deutschland und der Italiener Michele, der neuerdings auch seine Freundin in unserem 4er-Zimmer unterbringt.
Morgen allerdings kehren wir auch dem "Melbourne International Backpackers" den Ruecken, weil wir wieder privat unterkommen. Mike, ein Freund von Joan und Tacye, hat uns sein Haus zur Unterkunft angeboten. Ein wirklich sehr netter Kerl, der wie alle Australier sehr interessiert und zuvorkommend ist. Sein Haus ist etwas weiter ausserhalb, sehr huebsch und gemuetlich. Nett ist auch, dass wir von Donnerstag bis Sonntag dort allein sind, weil Mike unterwegs ist. ! Wir planen in etwa so, dass wir noch bis Ende naechster Woche dort bleiben und dann wieder ein bisschen Geld in den Geldbeutel fliessen muss. Eine gute Freundin von Joan hat uns auch schon zwei interessante Kontakte zu Hotels gegeben, die Hilfskraefte suchen. Laeuft also alles wie wir uns das vorgestellt haben.
Wir hoffen, dass im Grossen und Ganzen in der Heimat auch alles Gut ist, auch wenn die Nachrichten bei uns ganz schoen Kopfschuetteln verursachen. Insofern hoffen wir einfach das zumindest bei Euch im Privaten alles in Ordnung ist.
Tschuessikowski

Eure Anne & Euer Oli

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Donnerstag, 13. November 2008
FOTOOOOOS
Spiderschwein
In den Blue Mountains
Cobargo
Farmerin Anne
Farmer Oli
Mystery Bay
Whalewatching
Geburtstagsparty am Strand
Blue Pool in Bermagui

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Geschichten von Arbeitern und Toten
Hallo!

So, nach langer Zeit des Wartens haben wir es heute mal wieder geschafft ins Internet zu kommen. Das ist nicht einfach, wenn man in Cobargo ist! Heisst also, wir sind immer noch auf unserer kleinen Farm neben den Flodders und lassen uns zu wahren Farmern ausbilden. Oder liessen, denn wir regieren das Imperium der Tiere momentan als alleinige Herren. Tacye und Joan sind naemlich in und um Perth unterwegs und erholen sich von uns, hihi! Sie haben uns gefragt, ob wir bleiben koennten und bezahlen uns unsere Arbeit auch recht gut. Dementsprechend malochen wir gerade fleissig und versuchen die uns auferlegten Aufgaben fachmaennisch zu erledigen. Das ist mal einfacher, wenn es z.B. mal wieder um Pferdekacke (auf Englisch "Poo", dieser niedliche Name macht es aber auch nicht besser) geht und mal schwieriger, wenn wir Dachrinnen an den Staellen anbringen und neue Zaeune bauen sollen, die Wasserpumpe mal wieder nicht funktioniert oder die Kuehe zum hundersten Mal abhauen. Anscheinend haben sie zu viel James Bond geguckt und hangeln sich unbemerkt durch die Zaeune. Bei unseren neu gespannten Draehten, die einem komplizierten Lasernetz a la Bond entsprechen, wuerde selbst 007 einen Alarm ausloesen, doch die Kuehe schaffen es wie Schlangenmenschen durchzukommen. Ob sie auch hautenge Catsuits tragen konnten wir noch nicht beobachten. Wir bleiben an der Story dran...
Wenn wir gerade nicht im Auftrag der Tier- und Farmpflege unterwegs sind, erkunden wir die Kueste und ja, wir waren schon im Meer schwimmen. Das bietet sich in der Mittagspause an, denn die Temperaturen sind nicht ohne. Momentan sind es vielleicht 35 Grad, aber auch die 40er Grenze haben wir schon erreicht und... ueberlebt! Am Meer laesst es sich da ganz gut aushalten. Eine Bucht in unserer Naehe namens Mystery Bay ist das Paradies, echt unuebertrieben. Der schoenste Strand den wir je gesehen haben. Aber auch die anderen Buchten sind nicht von schlechten Eltern. Man kann hier sogar manchmal Wale und Delphine sehen. Die Wale die wir bis jetzt gesehen haben, konnten wir allerdings von einem kleinen Boot aus beobachtet. Das war mein Geburtstagsgeschenk. Wir sind morgens frueh mit 3 anderen und unserem Skipper namens Joe raus aufs Meer. Puenklich zu meiner Geburtstagsparty erschien dann auch eine Walkuh mit ihrem Kalb, die eine beeindruckende Show geboten hat. Wenn ein Wal vor dir aus dem Wasser springt und mit seiner Schwanzllosse auf das Meer klatscht ist das schon ganz schoen beeindruckend. Nach der Tour sind wir noch nach Tathra zu einer kleinen Bucht gefahren und haben da mit Partyhuetchen und Luftballons ein Piccoloechen und den von Oli selbstgebackenen Geburtstagskuchen verspeisst. Es war ein perfekter Tag!
Ah, wo wir gerade bei Geschenken waren: Angel, die Katze auf unserer Farm hat uns vor ein paar Tagen ein ganz besonders tolles gemacht. Man muss dazu sagen, dass sie eine extrem scheue Katze ist, die anfangs nicht ganz ueberzeugt davon schien, dass sie mit uns in der Zeit in der wir alleine auf der Farm sind Spass haben koennte. Ihr Verhalten deuteten wir eher als extreme Abneigung, um nicht zu sagen, es wirkte so, als waeren wir fuer sie eine totale Zumutung. Doch, wer haette das gedacht, das Blatt sollte sich wenden. Bei einem gemuetlichen Fernsehabend miaute es ploetzlich sehr energisch vor der Tuer. Oli oeffnete und knallte die Tuer nach einer gefuehlten 10tel Sekunde mit den Worten "Ach du Scheisse" wieder zu. Vor der Tuer sass Angel mit einem suessen TOTEN Kaninchen mit dem sie uns wohl ihre Zuneigung zeigen wollte. Dieses neu gewonnene Vertrauen wollten wir natuerlich nicht verspielen, aber ein totes Kaninchen im Wohnzimmer sollte auch nicht sein. Also ist Oli, der ja nun schon fuer seinen Mut in Tierfragen bekannt ist ; ), raus, hat sich freundlich bei Angel bedankt und das Kaninchen auf ein Kehrblech geladen und schnell quer ueber den Hof auf den Misthaufen geworfen. Da hat sich Bobby, unser Hund, wohl geaergert, denn er haette es wie ueblich gerne direkt vor der Haustuer verspeisst. Wo wir schon bem Thema sind: Es gibt noch weitere Todesfaelle/VErmisste zu beklagen: unser chinesischer Hahn (O-Ton eines Freundes der Farm bezueglich des interessanten Aussehens und Kopfschmucks des Tieres: "Haha, ist der haesslich. Der sieht aus als haette dem einer zu lange mit nem Hammer auf den Kopf gehauen"). Er wird seit gestern vermisst und wir befuerchten, dass er von einer Kraehe ermordet wurde. Das muessen wir erstmal Tacye und Joan beibringen, die uebrigens morgen wiederkommen.
Das heisst auch, dass sich unser Farmabenteuer langsam dem Ende zuneigt. Anfang naechster Woche wollen wir uns auf den Weg nach Melbourne machen. Mal wieder etwas Stadtluft schnuppern. Als naechstes ist dann Adelaide angedacht, bevor wir an die Westkueste fliegen und Perth und Umgebung erkunden. Wer Tipps dazu hat, wir nehmen sie dankend an.

Also, so weit so gut. Mehr spannende Geschichten dann in Kuerze (in Melbourne sollte es nicht so schwer sein ins Internet zu kommen : ))

Eurer Oli und Eure Anne

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Freitag, 17. Oktober 2008
Cobargo - The Working Village
Hoerte sich fuer unsere Ohren erstmal nach Industrienest an, aber dieses Doerfchen in New South Wales hat natuerlich keine Industrieschlote. Also nur Nest, aber dafuer ein ganz huebsches.
Wuerde man die Vierbeiner mitzaehlen kaeme Cobargo sicherlich auf die Groesse eines mittelgrossen Staedtchens, so aber zaehlt die Gemeinde nur 400 Seelen.
Uns geht es hier aber nach dem Trubel in Sydney ausgesprochen gut. Allerlei Tiere sind in unserer Obhut und sie leben auch eine Woche nach unserer Ankunft noch. Die Fuetterei der Tiere ist eigentlich auch unser Lieblingsjob. Die Viecher sind echt witzig. Naja und zwischen den Fuetterungen ist eben ein paar Stunden andere Arbeit angesagt. Die zweitbloedeste Aufgabe ist es laut Joan die Pferdeaeppel auf der Koppel zusammenzutragen und die bloedeste die Blackberry-Straeucher (bzw. die "Spriesslinge") zu vernichten. Beides sind unsere Hauptaufgaben. Sei s drum. Wir schlagen uns wacker.
Die Schweine und besonders die 15 Ferkel sind uns schon etwas ans Herz gewachsen.
Unsere "Nachbarn" sammeln uebrigens Schrott-Autos und gehoeren irgendeiner sektenaehnlichen Glaubensgemeinschaft an. Es sind aber sehr nette Leute, die einen gewissen Flodder-Charme verspruehen. Die erste Begegnung haben wir mit Ihnen gemacht als wir den Hof allein gehuetet haben und die ca. 30 Kuehe der Nachbarn kreuz und quer bei "uns" im Garten standen. Hr. Flodder nahms gelassen zur Kenntnis als wir die Tiere rueber jagten.
Gestern gab es auch wieder einen neuen Beitrag in der Sparte "Ungewollte Begegnungen mit der asutralischen Tierwelt". Ich halte es mit dem Grundsatz: Einem toten Tier kann man kein zweites Mal begegnen. So versuche ich Australien von all diesen ekligen Tieren zu befreien. Zwei tote Spinnen, deren Kadaver sich ueber jedem Kaminsims gut machen wuerden, sind dabei schon meine einzige erwaehnenswerte Ausbeute. Gestern Nacht sollte sich aber die Gelegenheit bieten diese Liste auszubauen als Anne mich in der Nacht weckte und sagte: "Da war was." "Nee." "Doch, beim Schrank." "Das war aufm Dach." Die Diskussion wurde durch abermaliges Geraschel abgekuerzt und das Licht nahezu gleichzeitig an. Minutenlanges Horchen und Beobachten brachten keine weiteren Erkenntnisse, so dass ich mich anzog und mit einem Bambushoelzchen aus dem Blumentopf und einer Taschenlampe bewaffnet mich dem Schrank naeherte. Mit einem Mal schnappte sich das Tier die Tage zuvor erlegte Spinne und entkam unerkannt. Diese Spinne war dabei nicht sonderlich klein. Schlange oder Spinne dachten wir uns. Super! Naja, weiteres Ableuchten des Schranks und vorsichtiges Rumstochern mit dem Hoelzchen brachten schliesslich die Maus zutage, die sich auch schleunigst unter unserer Zimmertuer hindurch davon machte. Ok, eine Maus ist eigentlich eine gern gesehenes Tier, weil dann keine groesseren und noch weniger gern gesehenen Viecher anwesend sind.
Thats all folks!
Gruss & Kuss

Eure Anne & Euer Oli

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Freitag, 10. Oktober 2008
Prepaid Karte: 1 Bankkonto: 2 Jobs: 2 Stimmung: saustark
Freunde und Familie, ich erspare Euch jetzt mal die letzten 5 Minuten, in denen Anne und ich festgestellt haben, dass die letzten 1 1\2 Std Tipperei fuer die Katz waren. Soviel sei dann doch gesagt- es waren keine schoenen Szenen. ;o)

Nun gut, kommen wir wieder zu Erfreulicherem. Anne und ich haben nen Job! Und das nachdem wir uns schon auf ein Wochenende im Beamtenstaedtchen Canberra (auch Hauptstadt von Australien) eingerichtet haben. Canberra sollte uns als Warteposition fuer hoehere Aufgaben dienen und ehe wir unsere Rucksaecke geschultert haben kam auch schon der Anruf unserer neuen Arbeitgeber zum Fruehstueck. Die beiden Frauen bewirtschaften eine Farm mit Tieren, Obstbaeumen, Feld und Flur und wir sind ab jetzt so eine Art Leibeigene. Man nennt das WWOOFing (Willing Workers On Organic Farms) und das funktioniert ungefaehr so wie in Deutschland die normale Arbeitswelt. Man stellt seine Arbeitskraft bereit, bekommt dafuer Essen und nen Dach ueberm Kopp und am Ende des Monats ist kein Geld mehr da. Fuer uns auf jeden Fall die Gelegenheit ein bisschen mehr echtes Australien zu erleben. Echte Australier, echtes australisches Leben und obendrein keine Gelegenheit das bisschen Geld auf der hohen Kante auszugeben. Super. Nebenbei haben die Damen auch einen Pool, den Anne und ich sicherlich uebertrieben oft zur Abkuehlung vor/bei/ nach getaner (vorgetaeuschten) Arbeit nutzen werden.
Wer sich fragt, ob die beiden Frauen ein lesbisches Paar sind, ich frag mich das auch. Anne nicht (political correctness haha).
Fuer unsere Aufgaben da mussten wir uns aber noch ein bisschen ruesten. Wir wollten zum Beispiel nicht mit unseren Chucks (fuer die Eltern: "Turnschuhe") auftauchen, da man mit denen ja schlecht Schlangen zu Brei treten kann, und haben uns deswegen riesige, schwere Stiefel geholt. Mit denen kann man auch locker einen Elefanten planieren. Ansonsten kommen wir da im 1A Redneck Outfit der 50er Jahre an: Latzhose, Karohemd und Baseball-Cap. ;o)
Wie war eigentlich Eure Woche?
Hier zum Vergleichen unsere in Australien:
Montag: Christian hat den Vorschlag gemacht an der Promenade zum Strandort Manly (das Rugbyteam von Manly hat uebrigens die Tage irgendwas dolles gewonnen. Toll, ne?) zu spazieren. Hoerte sich fuer uns sehr nett an und das war es dann auch. Allerdings war es eine stramme Wanderung und aus dem kuehlen Lueftchen am Morgen wurde ein ziemlich warmer (fuer deutsche Verhaeltnisse fast ein Hitzefrei-Tag) Tag. Im Gegensatz zu den Australiern, die aehnlich wie die echten Briten kein Empfinden fuer Temperaturen zu haben scheinen, waren wir viel zu warm angezogen. Das Jazz-Festival am Ziel in Manly fiel zu meiner Erleichterung recht kurz aus und stattdessen gab es mit Freunden von Christian ein verspaetetes Mittagessen im Pub.
Dienstag wollten wir uns um unsere weitere Reise ein paar Gedanken machen und ein paar organisatorische Sachen Regeln. Sydney ist sicherlich eine tolle und aufregende Stadt, aber auch nicht das echte Australien wie wir es von Crocodile Dundee kennen. Wie auch immer... (Anne protestiert). Wir haben es tatsaechlich geschafft ein Bankkonto zu eroeffnen! Beruecksichtigt man, dass die Bankfiliale in "China-Town" nahezu ausschliesslich Asiaten beschaeftigt echt eine Leistung. Die Asiaten, Araber,... hier sprechen naemlich ein Kauderwelsch schwierigster Praegung. Neben dem Akzent aus der Heimat kommt bei ihnen ja noch der australische "Dialekt" hinzu. Cockney Englisch wirkt da wie das aristokratischste Oxford-English. Gleiches im Handy-Shop. Beim Freischalten haben wir zwar etwas Hilfe von den Fachleuten dort in Anspruch nehmen muessen (sie nennen es den "magic touch" = An- und Ausschalten!), aber das waere uns sicherlich auch in good old Germany so passiert.
Am Mittwoch machte die 2-koepfige Marienkaefergruppe wieder einen Ausflug. Ziel waren die Blue Mountains. Wir ersparen Euch mal Verweise auf die Schluempfe oder deutsches Liedgut, das auch von solchen Bergen berichtet. Die blauen Berge in New South Wales jedenfalls verdanken ihren Namen dem Dunst der Eukalyptusbaeume, der Berge und Waelder blau erscheinen laesst. Echt ne huebsche Ecke. Anne und ich haben uns auch alles brav erwandert und tappten ca 6 Stunden im Blauen. hahaha... riesen Witz, ne? Im Gegensatz zu dem Grossteil der Touris haben wir uns nicht von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt fahren lassen. Diese Horden haben sich allerdings auch nur in der Umgebung eines Kiosks am Haupt-"Lookout" herumgetrieben und kamen uns mit ihrer Pendelei zwischen Fressstand und dem original Aboriginal mit klassicher Farbe im Gesicht nur auf ca. 50m der Strecke in die Quere.
Donnerstag war wieder Organisationstag, der wie zuvor erwaehnt nicht so langweilig ist wie man vermuten koennte. Immer wieder erwarten einen nette Sprachhuerden, die man entweder locker nimmt, leicht reisst oder ignoriert und voll mitnimmt.
Reicht es Euch?
Wir muessen auch ins Bett. Uns erwarten grosse Aufgaben.

Love & Peace,

Anne + Oli

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Sonntag, 5. Oktober 2008
Kaengurus: 0 Koalas: 0 Kakerlaken: 1 Stimmung: spitze


Freunde & Familie, nahezu 42 Stunden am Stueck wach zu bleiben habe ich mir dann doch schlimmer vorgestellt. Die ersten 10 Stunden Flug nach Seoul waren ok, da Anne und ich uns auf 3 Sitzplaetzen halbwegs bequem einrichten konnten. Die anschliessenden 8 Stunden Aufenthalt in Sued-Korea waren allerdings schon ziemlich uebel. Der Sicherheitsbereich hatte nicht so wirklich viel zu bieten ausser dem Bildschirm mit dem immer aktuellem Unterhaltungsprogramm unserer Zeit: dem "Military-Channel" fuer Klein (Cartoons) und Gross (Dokus Marke Guido Knopp). Dumm von uns und eingereihten Backpackern die "Relax-Lounge" unserer Airline zu uebersehen. Da haetten bequeme Liegen, seichte Unterhaltung und Ruhe auf uns gewartet. Die 11 Stunden von Seoul nach Sydney wurden durch ein tolles Fruehsrueck versuesst- Stewardess: "Eier oder Meeresfruechte?" Anne und Oli: "Auf jeden Fall Eier." Stewardess: "Haben wir leider nicht mehr. We are soooo sorry." Es gab also Meeresfruechte.
Das Backpacker-Grueppchen loeste sich dann am Flughafen in Sydney auf und jeder suchte sich seinen Weg zu den Hostels. Es bilden sich ja schnell so Gruppen, die nicht wirklich viel miteinander zu tun haben und nur den kleinsten, den allerkleinsten gemeinsame Nenner teilen: bei uns der Flug nach Australien. War dann auch ok, dass sich die Wege trennten. Mit Christian haben wir dann aber doch e-mail Adressen getauscht und spaeter bei ein paar gemeinsamen Bierchen feststellen koennen: der Typ ist sehr in Ordnung.
Auf der Fahrt vom Flughafen zum Hostel hat mir die Klima-Anlage die lunge dann so schoen schock-gefroren, dass ich kurze Zeit spaeter in einen tiefen, wunderbar komatoesen Schlaf versunken bin.
Unser Roommate Nick (vll heisst er auch Mick, aber zum Nachfragen ist es mittlerweile zu spaet und uns zu bloed) ist ein sehr netter, trinktuechtiger und redseeliger Ire. Dann gibt es noch Si-Boh (?), die keinen Ton von sich gibt und damit auch nicht weiter vorgestellt werden kann.
Das Hostel is uebrigens echt empfehlenswert. Fuer alle die entsprechende Plaene haben: BIG an der Elizabeth Street. Relativ ruhig und sauber.
Waere das Heimweh zu gross geworden haetten wir bereits den Tag der deutschen Einheit beim oertlichen Oktoberfest feiern koennen. Haben wir natuerlich nicht!!!
Stattdessen haben wir uns gestern mal in das Amuesierviertel Kings Cross gewagt. Es war "interessant" und sehr englisch. Nicht im Sinne von Working-Class, sondern eher wie man Englaender im Urlaub kennt. Es reihten sich Techno-Schuppen an Techno-Schuppen unterbrochen von Pubs und dem ein oder anderen Gay-Club. Man muss ja nicht alles mitmachen, ne?
Wir werden uns in Sydney deswegen wohl auf das viel nettere China-Town beschraenken, wenn wir mal ein paar Bierchen zischen wollen. Hier gibt es nette Pubs und weit weniger 18-jaehrige Halbstarke mit schiefen Zaehnen.
Wir schlagen uns jetzt mal wieder ins Getuemmel.
Love & Peace.

Oli

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Angekommen!!!


Liebe Freunde!

Unglaublich,aber wahr, Anne und Oli sind Downunder und wir fuehlen uns wie Cocodile Dundee und MacGyver zusammen. Wir bestreiten unsere Abenteuer seit 4 Tagen in Sydney und man kann es nicht anders sagen: Sydney ist so geil!!! Am ersten Abend waren wir natuerlich erstmal am Hafen und an der Oper! Um halb sieben wars schon dunkel und bei Nacht sieht die Skyline nochmal besser aus als am Tag. Echt, wir haben uns ja viel vorgestellt, aber bei dem Eindruck fiel es uns schwer zu glauben, dass wir beiden Pappnasen jetzt endlich in Australien sind...aber wir sind es, jupppiehhh!!
Am naechsten Tag hatten wir auch direkt mal ueber 30 Grad und wir haben uns von einem Schattenplatz in den anderen gehangelt, immer mit ner schoenen 1,5 Liter Flasche Wasser in der Hand und auf diese Weise die Stadt erkundet und festgestellt, dass es hier neben uns auch noch andere komische Voegel gibt, die sich in den Parks aufhalten und ziemlich lange Beine und Schnaebel haben, dass Australierinnen extrem kurze Roecke und Shorts tragen, was bei der Hitze natuerlich Sinn macht und dass man sich gerne in klimatisierten Geschaeften aufhaelt, um sich mal kurz abzukuehlen. Gut, dass es hier ja auch erst Fruehling ist... Sind mal gespannt wie warm es noch wird, aber da geht wohl noch einiges. Seid gestern ist es auf jeden Fall etwas kuehler und es hat sogar geregnet. Perfekt, um etwas Kultur einzubauen und zwar im Museum of Contemporary Art. Danach wollten wir eigentlich in das Studentenviertel Glebe, haben aber natuerlich die richtige Haltestelle verpasst und sind so in den (bis jetzt) geilsten Vorort der Welt (nach Isselhorst natuerlich) namens Balmain gekommen. Total entspannt, kleine super schoene Haeuser, coole Menschen, tolle Cafes und Bars und auch direkt am Meer. Ein bisschen wie ne Westernstadt bei Bonanza! Ach ja und das war auch gleichzeitig das Schlaraffenland der Sushirollen : ) Also die perfekte Vorbereitung zum Ausgehen. Am Abend vorher waren wir in Chinatown unterwegs (heisst das Viertel um die Georgsstreet eigentlich wirklich so oder nennen nur wir das so???). Auf jeden Fall wars sehr nett,die Pubs voll, das Bier lecker und endlich hat auch jemand meine wahre Identitaet entdeckt: Ich bin Uma Thurman!!! Wie ein total voller Australier mir weiss machen wollte. Naja, ist ja gut zu wissen...
Also machten wir uns gestern Abend als Uma Thurman und Crocodile Dundee auf nach Kings Cross. War eher maessig...also an alle Ex-Australienbesucher: wo geht man hier nett nen Bierchen trinken, wenn man nicht unbedingt in nen vollen Technoschuppen mit vollig ueberstylten "crazy boys and girls" will??? Gebt uns Tipps!!! Auch fuer alles andere.

So, das soll erstmal reichen. Jetzt gehts auf in die Sonne...

See you later, Alligator, eure Anne

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